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Risiken von Medikamenten minimieren

Wie Sie Wechselwirkungen vermeiden

Medikamente können Leben retten – aber in Kombination mit bestimmten Nahrungsmitteln oder anderen Arzneimitteln auch lebensgefährlich sein. Wie Sie das Risiko von Wechselwirkungen minimieren.

Gerade im höheren Alter gehört es für viele Menschen zum Alltag, Medikamente einzunehmen. Häufig kommen dabei verschiedene Arzneimittel nebeneinander zum Einsatz: „Jeder vierte Bundesbürger nimmt dauerhaft drei oder mehr Medikamente ein“, erläutert Ursula Funke, Präsidentin der Landesapothekerkammer Hessen. „Doch aus dieser Polymedikation können gefährliche Neben- und Wechselwirkungen entstehen.“ Je mehr Medikamente eingenommen werden, desto größer ist die Gefahr von Wechselwirkungen. Der vollständige Medikationsplan sollte daher mit Arzt oder Apotheker ausführlich besprochen werden.

Lebensmittel können Wirkung von Medikamenten verändern

Auch die Ernährung spielt in Zusammenhang mit der Medikamenteneinnahme eine große Rolle. „Werden Nahrungsmittel zusammen mit bestimmten Arzneimitteln eingenommen, kann die Wirkung von Arzneien gehemmt oder gesteigert werden“, erklärt Apotheker Sven Seißelberg von der KKH Kaufmännische Krankenkasse. So verschlechtern Milchprodukte die Aufnahme vieler Antibiotika-Wirkstoffe, während grüne Gemüsesorten aufgrund ihres Vitamin-K-Gehalts die Wirkung blutverdünnender Mittel wie Marcumar hemmen.

Alkohol nicht mit Medikamenten kombinieren!

Besondere Vorsicht gilt bei der Kombination von Alkohol mit Medikamenten: Zum Beispiel kann die regelmäßige Einnahme von Paracetamol gemeinsam mit Bier oder Wein zu ernsten Leberschäden führen. Generell gilt laut Seißelberg: „Fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker um Rat, ob bei Einnahme des jeweils verschriebenen Medikaments bestimmte Lebensmittel teils oder komplett zu meiden sind. So sind Sie auf der sicheren Seite.“

Quelle: Landesapothekerkammer Hessen, KKH
18.09.2017 | Von: Redaktion apotheken.de; Leonard Olberts; Bildrechte: Syda Productions/Shutterstock

Neuer Wirkstoff gegen Asthma?

Zierpflanze kann Atemnot verhindern

Die Korallenbeere ist nicht nur hübsch anzuschauen, sondern womöglich auch von pharmazeutischem Nutzen. Denn Forscher haben herausgefunden, dass die Zierpflanze Atemnot bei Asthmatikern verhindern könnte.

Korallenbeere offenbar wirksamer als Asthma-Medikamente

Die Blätter der Korallenbeere (Ardisia crenata) enthalten eine Substanz, die offenbar wirksamer ist als gängige Asthma-Medikamente. „Die Substanz hemmt eine zentrale Gruppe von Signalmolekülen in den Körperzellen, die Gq-Proteine“, erklärt Dr. Daniela Wenzel, Juniorprofessorin an der Universität Bonn. Diese Proteine sind unter anderem zuständig für die Steuerung der Bronchial-Muskulatur. Werden sie aktiviert, verengen sich die Bronchien, wodurch nicht mehr genug Luft in die Lunge gelangt. Die daraus resultierende Atemnot kann lebensbedrohlich sein.

Bei Mäusen mit Asthma lindert Korallenbeere Beschwerden

Bisherige Tests an asthmatischen Mäusen verliefen vielversprechend: „Wir konnten verhindern, dass die Tiere auf Allergene wie Hausstaub mit einer Verengung der Bronchien reagieren“, berichtet Wenzel. Die Nebenwirkungen hielten sich zudem in Grenzen, da sich der Wirkstoff direkt über die Atemwege verabreichen ließ und somit nur in geringen Mengen in den Blutkreislauf gelangte. Tests am lebenden Menschen stehen jedoch noch aus.

Die Studie wurde im Rahmen eines neuen Forschungsprojekts der Universität Bonn veranlasst. Ziel ist es, auf zentrale Signalmoleküle wie die Gq-Proteine einzuwirken und so neue Therapie-Ansätze für bestimmte Erkrankungen zu finden.

Quelle: Universität Bonn
20.09.2017 | Von: Redaktion apotheken.de; Leonard Olberts; Bildrechte: Jerry Lin/Shutterstock